Präsidentin Michelle Bachelet hat erklärt, dass Chile keine neuen Kohlekraftwerke bauen wird und hat Gespräche aufgenommen, um bestehende Kapazitäten durch sauberere Quellen zu ersetzen.

Das Energieministerium des Landes hat sich mit seinen großen Energieversorgern darauf geeinigt, keine weiteren Kohlekraftwerke zu bauen, es sei denn, sie sind mit einer Technologie zur Reduktion der Emissionen unter Tage ausgestattet.

Eine Arbeitsgruppe wird einen Plan entwickeln, um die bestehenden Kohlekapazitäten zu ersetzen, sagte Bachelet am Mittwoch. Der Brennstoff erzeugte im Jahr 2015 35% der Elektrizität des südamerikanischen Landes.

Umweltminister Marcelo Mena, der die Ankündigung twitterte, bezeichnete sie als “Anfang vom Ende der Kohle”.

Zwar wurde kein Enddatum für die Verbrennung von Kohle genannt, aber die Ankündigung bringt Chile mit einer Gruppe von Ländern auf eine Linie, die sich verpflichtet haben, eine der schmutzigsten Formen der Stromerzeugung einzustellen.

Kanada und Großbritannien führen die Kampagne “power past coal” an. Bis zum Dezember 2017 hatten sie 24 weitere Länder unterzeichnet, darunter Frankreich, Mexiko und Neuseeland, nicht aber Chile. Acht subnationale Regierungen und 24 Unternehmen schlossen sich ebenfalls an.

“Herzlichen Glückwunsch Chile, wir freuen uns, Sie bei der Powering Past Coal Alliance begrüßen zu dürfen”, twittere der Umweltminister der Marshallinseln, David Paul.

Die chilenischen Elektrizitätsunternehmen haben sich in der gemeinsamen Erklärung verpflichtet, das Ziel des Landes zu erreichen, bis zum Jahre 2050 70 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen.

Die Unternehmen, zu denen Enel, ENGIE und AES gehören, haben vereinbart, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu bilden und einen Zeitplan und die Bedingungen für den Ausstieg aus den Kohlekraftwerken zu festzulegen.

Der Anteil der Kohle am chilenischen Energiemix soll nach Schätzungen von Branchenexperten derzeit rund 40 % betragen.

Die internationale Energieagentur teilte kürzlich mit, dass das Land bei der Entwicklung seines Potenzials für erneuerbare Energien einen bedeutenden Prozess durchgemacht hat. So ging es bei dieser Entscheidung nicht nur um den Umweltschutz, sondern zugleich um den sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze in der Kohleindustrie.